Caffè sospeso, suspended coffee oder auch „aufgeschobener Kaffee – all diese Begriffe beschreiben eine wunderbare und menschliche Idee. Sie stammt ursprünglich aus Neapel und beruht auf dem Prinzip des Teilens. Man trinkt einen Kaffee und bezahlt zwei. Den „aufgeschobenen Kaffee“, der auch ein anderes Getränk oder eine Speise sein kann, können sich dann Bedürftige in den teilnehmenden Cafés abholen.

Saskia Rüdiger ist Gründerin von Suspended Coffees Germany. Mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit sorgt die 17-jährige Schülerin dafür, dass man auch hierzulande Kaffee „aufschieben“ kann. Wir sprachen mit ihr über die Philosophie des Projekts, ihre Intention und die Zukunftspläne für Suspended Coffees Germany.

Saskia Rüdiger Suspended Coffee

Wundermagazin: Wie hast du von Suspended Coffees erfahren?

Saskia Rüdiger: Ich bin durch einen Link bei Facebook zum ersten Mal auf Suspended Coffees aufmerksam geworden. Die Idee fand ich auf Anhieb toll. Ich habe mich direkt näher informiert und dann Suspended Coffees Germany ins Leben gerufen.

Mich hat die Einfachheit des Konzepts überzeugt.

WM: Was hat dich an Suspended Coffees begeistert?

SR: Mich hat die Einfachheit des Konzepts überzeugt. In ein Café oder Restaurant zu gehen, einen Kaffee oder Tee zu trinken und einen weiteren zu bezahlen: Das bedeutet für mich keinen großen Aufwand und ich kann mir sicher sein, dass den Tee oder Kaffee eine Person bekommt, die ihn sich wirklich nicht leisten kann.

Coffee für Bedürftige

WM: Wie vereinbarst du die Schule mit deinem Engagement für Suspended Coffees Germany?

SR: Ich versuche, jeden Tag etwas für Suspended Coffees Germany zu tun. Aber es kommt auch vor, dass ich an machen Tage nicht dazu komme. Ich versuche es dann wieder auszugleichen, sodass weder Schule noch ehrenamtliche Tätigkeit unter meinem Einsatz leiden müssen.

WM: Wie sieht deine Arbeit für das Projekt genau aus?

SR: Im Grunde koordiniere ich das Projekt. Das heißt, ich betreibe die Facebook-Seite und die Homepage. Dort stelle ich sämtliche Neuigkeiten ein, aktualisiere beispielsweise die Liste der teilnehmenden Cafés, beantworte die Fragen der Cafébetreiber und schicke interessierten Unternehmen Informationsmaterial. Außerdem stehe ich für Interviews zur Verfügung.

WM: Wie finanzierst du das Projekt?

SR: Zu Beginn des Projekts habe ich beispielsweise Visitenkarten gesponsert bekommen. Ich wurde aber auch schon einmal finanziell von einer Firma unterstützt. Generell bin ich immer auf der Suche nach neuen Sponsoren. Finde ich mal keinen, bezahle ich meine Ausgaben auch selbst.

Suspended Coffee in Berlin

WM: Wie können Cafébetreiber bei Suspended Coffees Germany mitmachen?

SR: Prinzipiell kann jedes Café oder Restaurant teilnehmen. Interessierte Betreiber können sich persönlich bei mir melden oder sich über die Webseite registrieren. Sie bekommen anschließend Informationsmaterial von mir zugeschickt. Dazu gehört beispielsweise ein Aufkleber für die Tür oder Fensterscheibe. So ist von Außen erkennbar, dass in ihrem Café Kaffee aufgeschoben werden kann. Weitere Materialien wie Plakate oder Flyer stelle ich auf der Homepage als Download zur Verfügung.

„Mir ist wichtig, dass möglichst viele Menschen von dem Projekt erfahren.“

WM: Du hast vor Kurzem einjähriges Jubiläum von Suspended Coffees Germany gefeiert. Was hast du dir für das zweite Jahr vorgenommen?

SR: Im Internet ist Suspended Coffees bereits relativ gut bekannt. Ich möchte das Projekt nun auch außerhalb des Internets bekannter machen. Mir ist wichtig, dass möglichst viele Menschen von dem Projekt erfahren. Insbesondere hilfebedürftige Menschen sollen darüber informiert werden, wo es in ihrer Stadt Cafés gibt, bei denen sie kostenfrei ein „aufgeschobenes“ Getränk oder eine „aufgeschobene“ Mahlzeit bekommen können.

WM: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit Suspended Coffees Germany.

Möchtest du wissen, welche Cafés in deiner Nähe bei der Aktion mitmachen? Dann klicke einfach auf: suspendedcoffee.de

 

Quellen: Bild 1: © Café Jule, Bild 2: © Saskia Rüdiger, Bild 3: © Uli Hosang, Bild 4: © Café Jule